Formelle Satzungsmäßigkeit einer ausländischen Satzung
Leitsatz
1. Der nationale Gesetzgeber ist unionsrechtlich nicht verpflichtet, einen Gemeinnützigkeitsstatus nach ausländischem Recht anzuerkennen.
2. Die Festschreibung des Satzungszwecks und die Art seiner Verwirklichung in der Satzung sollen es der Finanzbehörde ermöglichen, die Voraussetzungen der Steuervergünstigung leicht und einwandfrei zu überprüfen. Dies ist nicht der Fall, wenn in der Satzung auf ausländische Regelungen verwiesen wird, die vom nationalen Recht abweichen, und sich auch sonst aus der Satzung selbst nicht ergibt, dass die Anforderungen des nationalen Gemeinnützigkeitsrechts gewahrt werden.
3. Wird nach den Angaben in der Satzung neben einem begünstigten Zweck ein nicht begünstigter Zweck verfolgt, verstößt die Satzung gegen das Gebot der Ausschließlichkeit i.S. von §§ 51 Abs. 1 Satz 1, 56 AO.
Tatbestand
Diese Entscheidung steht in Bezug zu
ECLI Nummer: ECLI:DE:BFH:2022:U.180822.VR15.20.0
Fundstelle(n): BStBl 2023 II Seite 302 AG 2023 S. 331 Nr. 9 AO-StB 2023 S. 65 Nr. 3 AO-StB 2023 S. 66 Nr. 3 BB 2023 S. 2781 Nr. 48 BB 2023 S. 2782 Nr. 48 BB 2023 S. 85 Nr. 3 BFH/NV 2023 S. 288 Nr. 3 BFH/PR 2023 S. 122 Nr. 4 BFH/PR 2023 S. 122 Nr. 4 DB 2023 S. 177 Nr. 4 DB 2023 S. 177 Nr. 4 DStR 2023 S. 8 Nr. 1 DStR 2023 S. 8 Nr. 1 GmbHR 2023 S. 364 Nr. 7 GmbHR 2023 S. 87 Nr. 6 IStR 2023 S. 104 Nr. 3 NWB-Eilnachricht Nr. 3/2023 S. 167 NWB-Eilnachricht Nr. 3/2023 S. 168 PIStB 2024 S. 96 Nr. 4 PIStB 2024 S. 96 Nr. 4 StuB-Bilanzreport Nr. 3/2023 S. 151 StuB-Bilanzreport Nr. 3/2023 S. 152 QAAAJ-30873