Erlass eines Duldungsbescheids nach Restschuldbefreiung des Steuerschuldners
Leitsatz
1. Ein Duldungsbescheid erledigt sich, wenn die dem Bescheid zugrunde liegenden Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis durch Zahlung eines Dritten erlöschen. Eine gegen den Duldungsbescheid gerichtete Anfechtungsklage ist dann mangels Rechtsschutzbedürfnisses unzulässig.
2. Nach der Erledigung besteht ein berechtigtes Interesse im Sinne des § 100 Abs. 1 Satz 4 der Finanzgerichtsordnung an der Feststellung der Rechtswidrigkeit des angefochtenen Duldungsbescheids, wenn eine Rückgewähr der Zahlung des Dritten begehrt wird.
3. Die Pflicht zur Duldung der Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen nach § 191 Abs. 1 Satz 1 Alternative 2 i.V.m. § 323 der Abgabenordnung entfällt nicht dadurch, dass dem Schuldner die Restschuldbefreiung nach § 300 Abs. 1 der Insolvenzordnung gewährt worden ist.
Fundstelle(n): BStBl 2024 II Seite 818 AO-StB 2024 S. 321 Nr. 11 AO-StB 2024 S. 323 Nr. 11 BB 2024 S. 2390 Nr. 42 BFH/NV 2024 S. 1496 Nr. 12 BFH/PR 2025 S. 17 Nr. 1 BFH/PR 2025 S. 17 Nr. 1 DStR-Aktuell 2024 S. 9 Nr. 41 DStRE 2024 S. 1387 Nr. 22 GStB 2025 S. 5 Nr. 2 NJW 2024 S. 3320 Nr. 45 StuB-Bilanzreport Nr. 21/2024 S. 846 StuB-Bilanzreport Nr. 21/2024 S. 846 DAAAJ-76467