Einheitlicher Erwerbsgegenstand: Grundstückserwerb durch eine zur Veräußererseite gehörende Person
Leitsatz
1. Haben Käufer und Verkäufer vereinbart, die geschuldete Grunderwerbsteuer jeweils zur Hälfte zu tragen, und war dies dem Finanzamt (FA) bei Erlass des Grunderwerbsteuerbescheids bekannt, bedarf die Inanspruchnahme des Käufers in Höhe der gesamten Steuer grundsätzlich einer Begründung, aus der die für das FA maßgeblichen Ermessenserwägungen hervorgehen.
2. Beim Erwerb eines noch zu bebauenden Grundstücks sind die Bauerrichtungskosten nicht in die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer einzubeziehen, wenn das Grundstück von einer zur Veräußererseite gehörenden Person mit bestimmendem Einfluss auf das „Ob“ und „Wie“ der Bebauung erworben wird. Das gilt auch dann, wenn das Grundstück von einer Gesellschaft erworben wird, die von dieser Person beherrscht wird.
Tatbestand
ECLI Nummer: ECLI:DE:BFH:2025:U.020725.IIR19.22.0
Fundstelle(n): BStBl 2026 II Seite 81 BB 2025 S. 2837 Nr. 49 BFH/NV 2026 S. 73 Nr. 1 BFH/PR 2026 S. 90 Nr. 3 BFH/PR 2026 S. 90 Nr. 3 DStR 2025 S. 2776 Nr. 48 DStR 2025 S. 2780 Nr. 48 DStRE 2025 S. 1524 Nr. 24 ErbStB 2026 S. 36 Nr. 2 ErbStB 2026 S. 38 Nr. 2 GmbH-StB 2026 S. 7 Nr. 1 GmbH-StB 2026 S. 9 Nr. 1 NWB-Eilnachricht Nr. 49/2025 S. 3315 NWB-Eilnachricht Nr. 49/2025 S. 3316 StuB-Bilanzreport Nr. 1/2026 S. 40 StuB-Bilanzreport Nr. 1/2026 S. 40 SAAAK-05327