Auskunfts- und Einsichtsrechte des Insolvenzverwalters gegenüber Wirtschaftsprüfern - Abschlussprüfung, Geschäftsbesorgung, Auskunftsanspruch, Handakte, verhaltener Anspruch, Verjährungsfrist
1. Der schuldrechtliche Vertrag über die Jahres- und Konzernabschlussprüfung gemäß § 316 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1 HGB ist als Werkvertrag, der eine Geschäftsbesorgung zum Gegenstand hat (§ 675 Abs. 1 BGB), zu qualifizieren (Anschluss an Senat, Urteil vom - III ZR 151/91, BGHZ 118, 142 und Beschluss vom - III ZR 275/96, juris; , ZIP 2022, 1608; vom - IX ZR 68/21, WM 2022, 1069 und vom - IX ZR 69/21, WM 2022, 1227). Der Abschlussprüfer unterliegt damit den aus §§ 666, 667 BGB in Verbindung mit § 675 Abs. 1 BGB folgenden Pflichten.
2. Der Lauf der Verjährung von Auskunftsansprüchen gemäß § 666 Fall 2 BGB und Rechenschaftsansprüchen gemäß § 666 Fall 3 BGB beginnt spätestens mit Beendigung der Ausführung des Auftrags; § 604 Abs. 5, § 695 Satz 2, § 696 Satz 3 BGB sind insoweit nicht entsprechend anwendbar (Fortführung von Senat, Urteile vom - III ZR 282/14, NJW-RR 2016, 1391; vom - III ZR 71/11, BGHZ 192, 1 und vom - III ZR 105/11, NJW 2012, 58).
Fundstelle(n): Nr. 5/2026 S. 243 NWB-Eilnachricht Nr. 5/2026 S. 249 NWB-Eilnachricht Nr. 5/2026 S. 249 WM 2026 S. 182 Nr. 4 WPg 2026 S. 141 Nr. 3 ZIP 2025 S. 4 Nr. 51 wistra 2026 S. 4 Nr. 1 NAAAK-06785