Werterhöhung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft als Schenkung
Leitsatz
1. § 7 Abs. 8 Satz 1 des Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) fingiert eine Schenkung. Die Vorschrift enthält kein subjektives Tatbestandsmerkmal, weder in Gestalt eines Bewusstseins der Unentgeltlichkeit noch einer Bereicherungsabsicht (Anschluss an das , BStBl II 2025, 356).
2. Besteht die Leistung im Sinne des § 7 Abs. 8 Satz 1 ErbStG in der Abtretung eines GmbH-Anteils, stimmt der Ausführungszeitpunkt im Sinne des § 9 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG grundsätzlich mit dem Zeitpunkt, zu dem die Abtretung zivilrechtlich wirksam wird, überein. Ob die Leistung zu einer Werterhöhung der Anteile der Gesellschafter geführt hat, ist auf diesen Zeitpunkt bezogen zu prüfen.
3. Ist ein Abtretungsvertrag aufgrund des Handelns eines vollmachtlosen Vertreters nach § 177 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) schwebend unwirksam, entsteht die Schenkungsteuer erst mit der nach § 184 Abs. 1 BGB erforderlichen Genehmigung. Die zivilrechtliche Rückwirkung der Genehmigung hat schenkungsteuerrechtlich keine Bedeutung.
Fundstelle(n): Nr. 5/2026 S. 234 BB 2026 S. 229 Nr. 5 BB 2026 S. 85 Nr. 3 BFH/NV 2026 S. 367 Nr. 3 BFH/PR 2026 S. 124 Nr. 4 BFH/PR 2026 S. 124 Nr. 4 DStR 2026 S. 39 Nr. 1 DStR 2026 S. 43 Nr. 1 DStRE 2026 S. 185 Nr. 3 ErbBstg 2026 S. 62 Nr. 3 GStB 2026 S. 90 Nr. 3 GStB 2026 S. 93 Nr. 3 GmbH-StB 2026 S. 74 Nr. 3 GmbH-StB 2026 S. 75 Nr. 3 GmbHR 2026 S. 207 Nr. 4 GmbHR 2026 S. 211 Nr. 4 StuB-Bilanzreport Nr. 3/2026 S. 126 StuB-Bilanzreport Nr. 3/2026 S. 126 CAAAK-07700