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BFH Urteil v. - II R 19/24

Gesetze: ErbStG § 7 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 8 Satz 1; ErbStG § 9 Abs. 1 Nr. 2; ErbStG § 11; BGB § 177 Abs. 1; BGB § 184 Abs. 1; BGB § 398 Satz 2; BGB § 413

Werterhöhung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft als Schenkung

Leitsatz

1. § 7 Abs. 8 Satz 1 des Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) fingiert eine Schenkung. Die Vorschrift enthält kein subjektives Tatbestandsmerkmal, weder in Gestalt eines Bewusstseins der Unentgeltlichkeit noch einer Bereicherungsabsicht (Anschluss an das , BStBl II 2025, 356).

2. Besteht die Leistung im Sinne des § 7 Abs. 8 Satz 1 ErbStG in der Abtretung eines GmbH-Anteils, stimmt der Ausführungszeitpunkt im Sinne des § 9 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG grundsätzlich mit dem Zeitpunkt, zu dem die Abtretung zivilrechtlich wirksam wird, überein. Ob die Leistung zu einer Werterhöhung der Anteile der Gesellschafter geführt hat, ist auf diesen Zeitpunkt bezogen zu prüfen.

3. Ist ein Abtretungsvertrag aufgrund des Handelns eines vollmachtlosen Vertreters nach § 177 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) schwebend unwirksam, entsteht die Schenkungsteuer erst mit der nach § 184 Abs. 1 BGB erforderlichen Genehmigung. Die zivilrechtliche Rückwirkung der Genehmigung hat schenkungsteuerrechtlich keine Bedeutung.

Tatbestand

Diese Entscheidung steht in Bezug zu

ECLI Nummer:
ECLI:DE:BFH:2025:U.230925.IIR19.24.0- 2 -

Fundstelle(n):
BB 2026 S. 85 Nr. 3
DStR 2026 S. 39 Nr. 1
DStR 2026 S. 43 Nr. 1
CAAAK-07700

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