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BAG Urteil v. - 3 AZR 255/05

Gesetze: BetrAVG § 1; BGB § 305c Abs. 2; LPVG NW § 70; LPVG NW § 72 Abs. 2 Nr. 4; LPVG NW § 72 Abs. 4 Nr. 5

Leitsatz

1. Verweise in Formulararbeitsverträgen auf die für die betriebliche Altersversorgung beim Arbeitgeber geltenden Bestimmungen sind im Regelfall dynamisch auszulegen. Sie verweisen dann - soweit keine gegenteiligen Anhaltspunkte bestehen - auf die jeweils beim Arbeitgeber geltenden Regelungen.

2. Soweit danach auf Tarifverträge verwiesen wird, ist auch dies rechtlich unbedenklich. Das gilt jedenfalls dann, wenn diese geeignet sind, für die Belegschaft eine repräsentative Regelung herbeizuführen.

3. Nach § 70 LPVG NW und nach § 72 Abs. 4 Eingangssatz LPVG NW gilt der Vorrang des Tarifvertrages vor Dienstvereinbarungen. In sich abschließende tarifliche Regelungen über die betriebliche Altersversorgung verdrängen Dienstvereinbarungen, die den gleichen Regelungsgegenstand haben.

4. Tarifverträge, die in laufende Betriebsrenten eingreifen, sind an die aus dem Rechtsstaatsprinzip folgenden Grundsätze des Vertrauensschutzes und der Verhältnismäßigkeit gebunden.

Tatbestand

Fundstelle(n):
BB 2006 S. 2588 Nr. 47
DB 2007 S. 118 Nr. 2
NWB-Eilnachricht Nr. 47/2006 S. 3967
ZAAAC-33470

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