Veranlagungswahlrecht: Einspruchsbefugnis des Insolvenzverwalters gegen einen für die Zeit nach Insolvenzeröffnung ergangenen Zusammenveranlagungsbescheid
Leitsatz
1. Der Antrag auf getrennte Veranlagung kann auch zusammen mit einem gegen den nicht bestandskräftigen Zusammenveranlagungsbescheid eingelegten Einspruch gestellt werden.
2. Erzielt der Insolvenzschuldner nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, die nach § 35 InsO i.V.m. § 36 Abs. 1 InsO als Neuerwerb zur Insolvenzmasse gehören, ist auch ein sich insoweit ergebender, nach § 46 Abs. 1 AO pfändbarer Lohn- oder Einkommensteuererstattungsanspruch der Insolvenzmasse zuzurechnen.
3. Fällt nach Insolvenzeröffnung erzieltes Arbeitseinkommen und ein insoweit in Betracht kommender Lohn- oder Einkommensteuererstattungsanspruch als Neuerwerb in die Insolvenzmasse, steht dem Insolvenzverwalter und im vereinfachten Insolvenzverfahren dem Treuhänder für den betreffenden Besteuerungszeitraum auch die Ausübung des Veranlagungswahlrechts nach § 26 Abs. 2 EStG als Verwaltungsrecht mit vermögensrechtlichem Bezug zu (Anschluss an die , HFR 2007, 1246, und vom XII ZR 67/09, HFR 2011, 1248).
Fundstelle(n): BStBl 2018 II Seite 789 AO-StB 2018 S. 4 Nr. 1 BFH/NV 2018 S. 140 Nr. 1 BFH/PR 2018 S. 46 Nr. 2 BStBl II 2018 S. 789 Nr. 19 DB 2017 S. 6 Nr. 47 DB 2018 S. 290 Nr. 6 DStR 2017 S. 10 Nr. 47 DStRE 2018 S. 2 Nr. 1 EStB 2018 S. 52 Nr. 2 FR 2018 S. 91 Nr. 2 GStB 2018 S. 9 Nr. 3 HFR 2018 S. 48 Nr. 1 NWB-Eilnachricht Nr. 48/2017 S. 3624 StB 2018 S. 6 Nr. 1 StuB-Bilanzreport Nr. 1/2018 S. 48 ZIP 2018 S. 187 Nr. 4 FAAAG-62866