Aufgabe eines landwirtschaftlichen Betriebs - Verpächterwahlrecht bei Realteilung einer Mitunternehmerschaft
Leitsatz
1. Ein landwirtschaftlicher (Eigentums-)Betrieb wird mit der Übertragung sämtlicher landwirtschaftlicher Nutzflächen aufgegeben (Bestätigung des Senatsurteils vom VI R 63/15, BFHE 260, 138).
2. Das Verpächterwahlrecht setzt auch bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft voraus, dass die wesentlichen, dem Betrieb das Gepräge gebenden Wirtschaftsgüter mitverpachtet werden. Daran fehlt es, wenn eine Mitunternehmerschaft nach Aufgabe ihres land- und forstwirtschaftlichen Verpachtungsbetriebs ihre wesentlichen Betriebsgrundlagen (Grundstücke) den Mitunternehmern jeweils zu Alleineigentum überträgt.
3. Die Grundsätze der Realteilung sind in einem solchen Fall nur anwendbar, wenn die bisherigen Mitunternehmer die ihnen zugeteilten Grundstücke einem eigenen Betriebsvermögen widmen.
4. Die bloße Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen führt als solche grundsätzlich nicht zu land- und forstwirtschaftlichem Betriebsvermögen des Verpächters.
Tatbestand
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ECLI Nummer: ECLI:DE:BFH:2018:U.170518.VIR66.15.0
Fundstelle(n): BStBl 2022 II Seite 301 BFH/NV 2018 S. 1315 Nr. 12 BFH/PR 2019 S. 2 Nr. 1 DB 2018 S. 6 Nr. 41 DStR 2018 S. 2135 Nr. 41 DStRE 2018 S. 1332 Nr. 21 EStB 2018 S. 451 Nr. 12 ErbStB 2018 S. 355 Nr. 12 FR 2020 S. 266 Nr. 6 GStB 2018 S. 45 Nr. 12 GStB 2019 S. 39 Nr. 2 HFR 2018 S. 873 Nr. 11 KSR direkt 2018 S. 2 Nr. 11 KÖSDI 2018 S. 20978 Nr. 11 NWB-Eilnachricht Nr. 42/2018 S. 3066 StB 2018 S. 321 Nr. 11 StuB-Bilanzreport Nr. 20/2018 S. 754 TAAAG-96184