Erbschaft- und Schenkungsteuer: Begünstigung von Grundstücken im Betriebsvermögen bei Nutzungsüberlassung an Dritte
Leitsatz
1. Eine steuerschädliche Nutzungsüberlassung an Dritte ist nicht anzunehmen, wenn der Erblasser oder Schenker sowohl das Besitzunternehmen als auch die Betriebskapitalgesellschaft faktisch beherrscht. Dazu ist eine Einwirkung des Erblassers oder Schenkers mit den Mitteln des Gesellschaftsrechts auf die zur Beherrschung führenden Stimmrechte notwendig. Ein Einfluss nur auf die kaufmännische oder technische Betriebsführung ohne Möglichkeit der Erlangung einer Stimmenmehrheit reicht nicht aus.
2. Wird ein Grundstück an eine Kapitalgesellschaft verpachtet, ist auch dann von einer steuerschädlichen Nutzungsüberlassung an Dritte auszugehen, wenn Erwerber des Betriebsvermögens der Gesellschafter der Kapitalgesellschaft ist.
3. Zwei Betriebe bilden keinen Gleichordnungskonzern, wenn sie durch mehrere Personen beherrscht werden.
Tatbestand
Diese Entscheidung steht in Bezug zu
ECLI Nummer: ECLI:DE:BFH:2021:U.230221.IIR26.18.0
Fundstelle(n): BStBl 2022 II Seite 72 AG 2022 S. 41 Nr. 1 BB 2021 S. 1814 Nr. 31 BB 2021 S. 2468 Nr. 42 BFH/NV 2021 S. 1285 Nr. 10 BFH/PR 2021 S. 405 Nr. 11 BStBl II 2022 S. 72 Nr. 2 DB 2021 S. 1926 Nr. 34 DB 2021 S. 6 Nr. 31 DStR 2021 S. 1753 Nr. 30 DStRE 2021 S. 1016 Nr. 16 DStZ 2021 S. 694 Nr. 17 ErbBstg 2021 S. 268 Nr. 11 ErbStB 2021 S. 265 Nr. 9 GStB 2021 S. 42 Nr. 12 GmbH-StB 2021 S. 338 Nr. 11 GmbHR 2021 S. 1173 Nr. 21 HFR 2021 S. 900 Nr. 9 KoR 2021 S. 519 Nr. 11 KÖSDI 2021 S. 22397 Nr. 9 NWB-EV 2021 S. 316 Nr. 9 NWB-Eilnachricht Nr. 31/2021 S. 2250 StuB-Bilanzreport Nr. 15/2021 S. 633 UVR 2021 S. 331 Nr. 11 EAAAH-85643